Marionettest du noch, oder LEBST du schon?

Wir kaufen Dinge die wir nicht brauchen, um damit Menschen zu beeindrucken, die wir nicht mögen. Und wieder sind wir in die gleiche Falle getappt: wir wollen gefallen, geliebt, anerkannt, wertgeschätzt, … werden, und dafür sind wir viel zu oft bereit, einen ganz hohen Preis zu zahlen.

Wir glauben die Geschichte tatsächlich. Wir glauben, wenn wir es jedem recht machen, dann bekommen wir endlich das wonach wir uns schon ein Leben lang sehnen. Doch dabei haben wir „die Rechnung ohne den Wirt gemacht“. Denn was hier passiert: wir geben die Segel (Eigenverantwortung) aus der Hand und übergeben unser Schicksal dem unberechenbaren Wind. Wir sind ab sofort ausgeliefert – hängen an den Schnüren der anderen und funktionieren wie eine Marionette, aber …

„Nicht der Wind, sondern die Segel bestimmen den Kurs“

Diese Tatsache impliziert allerdings, dass wir nicht immer nur nett sind bzw. die Erwartungen vom Außen auch mal nicht erfüllen. Wer frei heraus sagt was er denkt und empfindet wird von den anderen oft als schwierig, stur, und rechthaberisch abgewertet. Doch völlig zu unrecht, denn diese Menschen sind seelisch stabiler, insgesamt gesünder und vor allem glücklicher. Ja, sie stören auch mal die Harmonie und sind unbequem, aber bei genauerer Betrachtung haben sie einfach nur den Mut zu sich und ihrer Meinung zu stehen. Sie erlauben sich einfach ihren Weg zu gehen, und kümmern sich nicht darum, was die anderen über sie sagen. Diese Menschen sind FREI!

Ich selbst bin in einer Gesellschaft aufgewachsen, wo bei jedem Ereignis/jeder Entscheidung als oberstes Credo folgende Frage gestellt wurde: „Was werden denn die Leut‘ sagen?“ D.h. ich wurde dahingehend erzogen, auf keinem Fall meiner Intuition zu folgen, sondern zuerst zu hinterfragen, ob meine Absichten denn mit den Erwartungen im Außen auch zu 100% im Einklang sind. Demzufolge folgte ich dem Algorithmus meiner Erziehung und ging mein Leben lang in den Schuhen der anderen spazieren, egal, ob mir diese zu groß, zu klein, zu eng, zu elegant, zu schäbig, zu befremdlich oder zu über griffig waren. Hauptsache, ich habe es in meiner Wahrnehmung dem Außen recht gemacht.

Wenn ich jemanden brauche, ist keiner da

Doch wo ist das Außen, wenn es mir nicht gut geht? Wo sind die unzähligen „Schönwetter-Freunde“ wenn mein Schiff droht unterzugehen? Wann gleicht sich die Waage aus, in die ich jahrelang investiert habe? Warum ist die Welt so ungerecht und lässt mich jetzt im Regen stehen? Genau jetzt, wo ich das Außen brauchen würde?

Nein, dein Vorwurf hat keine Berechtigung. Es war DEINE Entscheidung es allen anderen recht zu machen und gleichzeitig auf dich zu vergessen. Zu oft bestätigen mir Klient:innen in meiner Praxis, wenn sie vor einem Trümmerhaufen stehen: „Unglaublich, erst jetzt erkenne ich die traurige Tatsache, ich habe mir die Liebe immer erkauft. Hab alles für mein Umfeld getan um zu gefallen. Dass was ich zurückbekommen habe war nicht wirklich echt, nicht ehrlich, auch nur geheuchelt und hatte keinen Tiefgang! Das was ich ausgesendet habe wurde prompt retourgeliefert: Die Unfähigkeit mich selbst wichtig zu nehmen! Ich war eine Marionette und Opfer meines persönlichen Mangels. Mit meinen Handlungen wollte ich diesen Durst gestillt wissen. Ein jahrzehntelanger Irrglaube, wie sich jetzt herausstellt. Ja, ich war bis jetzt fremdbestimmt. Aber dass ich das selbst initiiert habe ist schon erschütternd.“

„Wir sehen die Dinge nicht, wie SIE sind. Wir sehen sie so, wie WIR sind.“ (Anais Nin)

Ob man ein fremdbestimmtes Leben führt oder nicht hat man viel öfter selbst in der Hand, als man glaubt oder sich selbst eingesteht. Es ist oft auch bequem im Außen einen vermeintlichen „Täter“ anzuklagen, um selbst nichts ändern zu müssen. Du wirst keinen Applaus ernten wenn du klar und deutlich sagst was du willst und was nicht.

Wenn man dafür allerdings zu nett oder zu feige ist wird man häufig ausgenutzt – das ist immer noch einfacher als aufzubegehren. Schließlich will man geliebt werden. Aber was um Himmels Willen hat uns so uneigennützig  und selbstlos werden lassen? Der Schlüssel liegt wieder einmal mehr in der Kindheit. In der Erziehung, den Prägungen, Glaubenssätzen und Mustern die uns bereits in die Wiege gelegt wurden. Schließlich wurde brav-sein meist belohnt. Neinsagen und selbst bestimmtes Verhalten wurden in der Regel mit Liebesentzug bestraft. Wer dieses „Spiel“ nicht durchschaut hat wurde zwangsläufig in das Corsage der Anpassung gepresst, aus dem es offensichtlich keinen Ausweg mehr gab. Doch nicht Nein sagen können hat einen hohen Preis: latente Unzufriedenheit, unterdrückter Zorn, Erschöpfung. Die Zeit-Krankheit Burn-out resultiert zu einem Großteil aus der Unfähigkeit, Grenzen zu ziehen.

„NEIN-sagen-lernen“ ist der erste Schritt, um gut für dich zu sorgen, denn ein falsch gemeintes JA  ist immer auch ein NEIN zu dir selber. Wenn dir das gut gelingt kommt das keineswegs dem möglichen Vorwurf von „Egoismus“ gleich. Denn gleichzeitig setzt du dich nicht nur für dich selbst ein, sondern gestehst auch dem Außen dasselbe Recht zu.

Persönlichkeit, Mut und Charakterstärke ermöglichen innere Unabhängigkeit

Wenn man sich selbst nicht entwickelt ist man abhängig vom Erfolg, vom Außen, von Liebeskundgebungen anderer. Man macht sich erpressbar. Dem kann man entgegenwirken, wenn man zu einer PERSÖNLICHKEIT heranreift. Man entdeckt bei Persönlichkeiten, dass sie ein tiefes Fundament haben. Sie sind auch ohne Prestige, Erfolg, positive Rückmeldungen in der Lage zu sagen: „Ich habe das Beste versucht, dann will es eben im Augenblick nicht sein.“ Diese Menschen trägt etwas Tieferes! Diese Menschen setzen sich für sich und eine lebensfreundliche Welt/Aufgabe ein.

Hermann Hesse sagte schon: „Leute mit Mut und Charakter sind den anderen immer sehr unheimlich!“ Ja, denn diese Menschen agieren aus ihrem inneren Antrieb heraus, folgen ihren Impulsen, ihrer Leidenschaft, ihren Zielen. Sie kümmern sich wenig darum wie andere darüber denken. Sie legen nur Wert auf die Beachtung und das Interesse von Menschen, an denen ihnen wirklich etwas liegt. Sie verzichten auf Beifall von der falschen Seite. Sie erheben keinen Anspruch darauf „Everybody’s Darling“ zu sein. Die Angst solcher Charaktere sich lächerlich zu machen, ist sehr überschaubar. Sie wissen ja auch, dass sie nicht perfekt sind. Sie verfügen kaum über quälende Grübeleien und Selbstzweifel, da sie wissen, dass sie nicht perfekt sind. Sie stellen kaum den Anspruch sich permanent selbst zu optimieren, weil sie durchaus mit sich selbst zufrieden sind wie sie sind. Und schließlich kann man es nicht jedem recht machen.

Das eigene Profil entwickeln

Oft ist unsere Charakterseite aufgrund einer strengen Erziehung durch Angst verdeckt, wodurch uns folglich die notwendige Gelassenheit fehlt das Eigene zu spüren. Finde heraus, welche Anlagen du in deiner Seele trägst und freigelegt werden wollen. Charakter haben wir, zu einer Persönlichkeit werden wir – durch Selbsterziehung/-lenkung –  indem wir uns den Aufgaben des Lebens in einer reifen Art und Weise stellen. Das ist nachhaltiges Wachsen.

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ICHbin

Für all jene, die sich bei diesem Thema angesprochen fühlen, könnte diese kraftvolle Essenz aus der Serie „bewusstSEIN erLEBEN“ eine großartige Unterstützung darstellen.