Manager von HEUTE: GROSSER Mann – allein …

Sie stehen im Organigramm und in der Gehaltsliste ganz oben. Oft geben sie die strategische Ausrichtung für hunderte oder tausende Mitarbeiter vor. Chefs verfügen über Geld – Einfluss – Macht – Ansehen – Mitarbeiter*innen – richtig oder falsch. Und was den Anschein erweckt dass diese Manager alles haben was sie wollen, irrt gewaltig. Denn sie vermissen häufig genau das, was für „blue collar workers“ oft selbstverständlich ist.

Manager stehen zusehends unter Druck

Bei diesem Beitrag habe ich mich für die männliche Form des Genderns entschieden. Nicht weil ich bei Frauen nicht die gleiche Thematik erkenne,  sondern weil sich meine Praxis beinahe ausschließlich mit männlichen Managern füllt.

Früher war es noch ein erhabenes Gefühl „Chef“ zu sein. Man(n) genoss das Ansehen, den Respekt und die Wertschätzung, gleich dem eines Arztes oder Hochwürden.

Das war gestern. Heute hagelt es Druck von allen Seiten: von Konzerninhabern, dem Markt, den geforderten Innovationen, den unzähligen Ent­scheidungen die täglich zu treffen sind. Aber es belasten noch viele weitere Themen: Mitarbeiter die sich ungerecht behandelt fühlen, Kündigungen die ausgesprochen werden müssen, Kritik von der Partnerin die häufig „alleine“ zu Hause ist, Kinder zu denen man keinen Zugang mehr hat, oder das Fehlen von Freunden – weil sich das Leben außerhalb des Privatlebens abspielt, …

Überforderung braucht ein Ventil

Was sind die Folgen der heutigen Überforderung: „Burn-out“ ist das Gängigste und mittlerweile bereits gesellschaftsfähigste Ventil eines Managers, dem alles zu viel wird. Doch die Tragweite ist viel größer. Kaum jemand vermutet hinter der „harten Schale“ fatale Defizite: Isolation, der Mangel an Sozialkontakten, Versagensängste, Entscheidungsunfähigkeit, Impotenz, Beziehungsprobleme, das nicht Vorhandensein einer Work-Life-Balance, Alkohol, uvm.

„Neid muss man(n) sich erst verdienen“

Einzig der Status „Manager“ lässt das „Fußvolk“ neidisch auf den protzigen Firmenwagen,  den fetten Gehaltszettel und die unzähligen Möglichkeiten blicken, wovon jeder andere nur träumen kann.

Vice versa blickt der wohlhabende Chef neidisch auf seine Mitarbeiter, die den Feierabend mit der Familie beim Grillen verbringen, mit den Kindern herumtollen. Diese können ihrem Hobby frönen, mit ihren Freunden blödeln und sich austauschen – bei Themen „wo es um nichts geht“ bzw. sich die Tragweite einer Entscheidung in Grenzen hält.

Das vermissen die Manager der heutigen Zeit

Erst wenn die Führungskraft einmal zur Ruhe kommt wird ihr bewusst, dass tiefgreifende Gefühle und Emotionen hochkommen. Nämlich genau jene, die in dieser Position nichts zu suchen haben. Wer schaut schon gerne zu einem angstgeplagten, einsamen oder verzweifelten Chef auf. Deshalb wird die „Büchse der Pandora“ erst gar nicht geöffnet, bevor aufkeimende Emotionen womöglich nicht mehr bewältigbar sind. Gefühle – dieses absolut unbekannte Terrain. Dabei gibt es eine ganz große Sehnsucht die unerfüllt bleibt und sich mit Geld und Macht nicht kaufen lässt: das Glücksgefühl. Viele vermuten, dass dieses mit dem nächsten Firmenwagen, einer noch jüngeren Freundin oder dem nächsten Karrieresprung eintritt. Doch es bleibt aus. Die aufkeimende Freude währt nur kurz . Sie möchte durch die Erfüllung des nächsten Wunsches warmgehalten werden – vergeblich.

Glück findest du nicht im Außen, sondern ausschließlich in DIR

Das Glücksgefühl fällt einem aber nicht zufällig in den Schoß. Dieses Gefühl entspringt einer tiefen, inneren Haltung. Jeder der es ausschließlich im Außen sucht wird herb enttäuscht werden. Doch jeder der es wagt sich mit sich selbst, der eigenen Essenz, auseinander­zu­setzen, ermöglicht sich einen emotionalen Hype, der eine ungeahnte Kraft nach sich zieht. Denn Glück strahlt von innen nach außen und steckt folglich unausweichlich das Umfeld an. Doch hier geht es um Selbstwahrnehmung, Selbstliebe, Selbstachtung und ein ausgeprägtes Selbst-Wert-Gefühl – und genau daran hakt es – am SELBST. Vor lauter Angst sich selbst zu begegnen wird über diesen Zugang lediglich gespöttelt, denn das ist bitte nur was für Weicheier und Mama-Burlis.

Bewusstheit zulassen

Ich höre von betroffenen Führungskräften häufig: „Ja das Leben ist nun einmal ein einziger Kompromiss. Man ist dem System in gewisser Weise ausgeliefert und funktioniert dementsprechend“.

Wenn diese Manager in den Praxen auftauchen um sich Hilfe zu holen, sind sie manchmal bereits kurz vor der Ausweglosigkeit und dem Zusammenbruch ihres Kartenhauses. Oder sie haben bereits erkannt dass es da noch etwas gibt, wovon sie vielleicht schon einmal gehört haben. Etwas, das für sie jedoch ein absolutes Fragezeichen darstellt. Ein Terrain, das sie vielleicht in die weibliche Schublade geschoben haben oder schlichtweg abgelehnt. Gefühle werden in Top-Positionen in der Regel nicht goutiert.

Viele meiner Manager-Klienten rätseln bereits nach zwei bis drei Sitzungen, warum sie plötzlich besser schlafen, entspannter und fröhlicher sind. Sie vermuten, dass die positive Wendung auf das „darüber reden“ zurückzuführen ist. Dabei passiert viel mehr: sie kommen bei sich, ihrem Herzen, ihrer Liebe zu sich selber an. Ich gratuliere jedem der den Mut hat diese Reise zu sich selbst anzutreten. Diese Manager nehmen folglich die glücklichsten und erfüllendsten Momente leise und fast unerkannt wahr.

Unterstützung gefragt?

ERleichterung

Für all jene, die sich bei diesem Thema angesprochen fühlen, könnte diese kraftvolle Essenz aus der Serie „bewusstSEIN erLEBEN“ eine großartige Unterstützung darstellen.